PRESSEMITTEILUNG NEXT FRONTIER AI VON SPRIND: ZEHN TEAMS AUSGEWÄHLT, DIE ES MIT DEN WELTWEIT FÜHRENDEN KI-LABOREN AUFNEHMEN SOLLEN Leipzig, 17. Juli 2026 Zehn Teams aus fünf europäischen Ländern können sich jeweils bis zu 26,5 Millionen Euro Finanzierung sichern, um KI-Labore aufzubauen, die im kommenden Jahrzehnt mit den USA und China konkurrieren können. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND hat heute die zehn Finalisten ihrer mit 125 Millionen Euro dotierten Next Frontier AI Challenge bekannt gegeben. Drei Teams kommen aus Deutschland, zwei aus dem Vereinigten Königreich, zwei aus der Schweiz, zwei aus Frankreich und eines aus Italien. Sie nehmen noch in diesem Monat die Arbeit auf. Die Challenge zog Bewerbungen aus über 30 Ländern Europas an. Bei den Pitch Days Ende Juni wurden die Teams von einer internationalen Jury aus KI-Forschern, Gründern und Frontier-Lab-Veteranen ausgewählt: Neil Lawrence, DeepMind Professor of Machine Learning an der University of Cambridge; Philipp Herzig, CTO von SAP; Markus Wulfmeier, Chief Scientist bei Nomagic; Pim de Witte, Mitgründer von General Intuition; Søren Hauberg, Professor an der Technical University of Denmark; Allison Duettmann, CEO des Foresight Institute; Yu-Ting Kuo, ehemaliger Corporate Vice President bei Microsoft; Daniel W. Dippold, CEO von EWOR; Andreas Köpf, Co-Autor von PyTorch; und Johannes Otterbach, Investment Advisor AI & Quantum bei der SPRIND. Um sich zu qualifizieren, mussten die Teams einen Ansatz vorlegen, der eine Verbesserung um mindestens eine Größenordnung bei mindestens einer wesentlichen Kennzahl verspricht, etwa bei der Dateneffizienz, dem Energieverbrauch oder der Fähigkeit, kontinuierlich zu lernen. Entsprechend jagt keines der Teams der aktuellen Generation großer Sprachmodelle hinterher. Einige der ausgewählten Teams arbeiten an Physical AI, an World Models für Robotik, an Embodied AI oder an Algorithmen, die industrielle Hardware erfinden. Andere entwickeln KI für Zeitreihen, die direkt auf den Live-Datenströmen aus Messwerten und Signalen realer Systeme arbeitet, oder verfolgen Continual Learning mit Systemen, die ihre World Models in Echtzeit mit jeder Interaktion anpassen. Weitere Teams automatisieren wissenschaftliche Entdeckungen oder zielen auf einen Effizienzsprung bei großen Sprachmodellen mit einem Foundation Model, das nicht auf Texten oder Bildern trainiert wird, sondern auf den Gewichten anderer neuronaler Netze. Unter den Finalisten sind unter anderem Ausgründungen aus Oxford, der ETH Zürich, der Universität St. Gallen und der Universität Tübingen, mit Gründern, die zuvor bei Google DeepMind, OpenAI und Hugging Face KI entwickelt haben und das nun für Europa tun. „Wenn wir einfach kopieren, was die führenden Labs vor fünf Jahren gemacht haben, landen wir genau dort: fünf Jahre in der Vergangenheit", sagt Jano Costard, Head of Challenges bei SPRIND. „Die spannende Frage ist, wie das nächste Paradigma aussieht. Diese Frage ist noch offen, aber jedes der zehn Teams hat eine bahnbrechende Antwort darauf. Jetzt bekommen sie das Kapital und die Unterstützung, um zu zeigen, dass sie richtig liegen.” Die Bekanntgabe erfolgt wenige Monate nachdem drei europäische KI-Unternehmen die größten Seed-Runden eingesammelt haben, die der Kontinent je gesehen hat. AMI Labs in Paris schloss eine Seed-Finanzierung von über einer Milliarde Dollar ab, Ineffable Intelligence in London sammelte 1,1 Milliarden Dollar ein, und Recursive Superintelligence, ebenfalls in London, trat mit 650 Millionen Dollar aus dem Stealth-Modus. „Unternehmen wie AMI, Recursive und Ineffable haben mit dem Mythos aufgeräumt, dass Europa keine Milliardenrunden in KI stemmen kann. Aber drei Wetten reichen nicht, um zu gewinnen. Europa braucht dreißig davon, mit europäischen Mehrheiten in den Cap Tables", sagt Dr. Johannes Otterbach, Co-Initiator der Challenge und Investment Advisor AI & Quantum bei SPRIND. „Die 125 Millionen Euro, die wir einsetzen, sind eine Startrampe, nicht das Ziel. Sie geben zehn herausragenden Teams eine Startrampe, die wirtschaftliche Relevanz ihrer wissenschaftlich fundierten Konzepte zu beweisen, und das Steuer dabei fest in der Hand zu behalten." STUFE 1 DER SPRIND CHALLENGE LÄUFT BIS FEBRUAR 2027 Diese SPRIND Challenge läuft über 24 Monate in drei Stufen. In der ersten Stufe erhält jedes der zehn Teams bis zu 3 Millionen Euro. Danach bewertet die Jury die Fortschritte und lässt bis zu sechs Teams in die zweite Stufe aufsteigen, mit zusätzlichen 8 Millionen Euro pro Team. Bis zu drei Teams erreichen die finale Stufe und erhalten jeweils weitere 15,5 Millionen Euro. Die gesamte Finanzierung erfolgt ohne Abgabe von Unternehmensanteilen, und die Teams sind ermutigt, vor, während und nach der SPRIND Challenge privates Kapital einzusammeln. Zum Abschluss der Challenge im Herbst 2028 werden die drei Gewinner-Teams dabei unterstützt, jeweils eine Milliarde Euro von öffentlichen und privaten Investoren einzusammeln. Mehr Informationen zu den Finalisten finden Sie hier. ÜBER SPRIND CHALLENGES SPRIND Challenges sind Innovationswettbewerbe, in denen die teilnehmenden Teams schnelle und unbürokratische finanzielle Unterstützung erhalten, um Lösungen für die großen gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. In SPRIND Challenges treten die Teams in einem mehrstufigen Wettbewerb an. Am Ende jeder Stufe wird die Arbeit der Teams bewertet, und nur die besten Teams bleiben in der Challenge und erhalten weitere finanzielle Unterstützung, um ihre Idee weiterzuentwickeln. ÜBER SPRIND Die Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND wurde 2019 gegründet und hat ihren Sitz in Leipzig. Alleinige Gesellschafterin ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). SPRIND schließt eine Lücke in der deutschen Innovationslandschaft: Sie findet neue, bahnbrechende Technologien für die großen Herausforderungen unserer Zeit und stellt gleichzeitig sicher, dass die Wertschöpfung der daraus resultierenden Unternehmen und Industrien in Deutschland und Europa verbleibt. Für das Jahr 2025 verfügt SPRIND über ein Budget von rund 250 Mio. Euro. Mehr unter https://www.sprind.org PRESSEKONTAKT Christian Egle Pressesprecher christian.egle@sprind.org